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saarbrücken, 03 February 2006

Tai Chi quan, Xingyiquan, Baguaquan -Geschichte und Zusammenhänge

(Die Begriffe "Innere Stile" und "Äußere Stile" werden in der Sinologie nicht mehr verwendet, da überholt. Der einfachheit halber nenne ich aber Taichi, Aikido, Xingyiquan, u.a einfach "Innere Stile")  

Ideen und Konzepte des Taichi_chuan (oder Taiqi /Taiji / Tai Chi ) finden sich in verschiedensten Kampfkünsten Chinas.

Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass viele alte Meister verschiedene Stile lernten. Aus den verschiedensten Ansätzen und Strategien entwickelte sich aus unterschiedlichen Stilen im Laufe der Zeit das Wing Chun.

Vor allem aber waren es die daoistischen Ideen , das Buch der Wandlung (Yijing), "Des Gelben Kaisers Klassiker des Inneren" und Militärklassiker, die starken Einfluss auf die Entstehung der Kampfkunst ausübten. Taiji Quan und Xingyiquan entstanden gegen Ende der Ming und zu Anfang der Qing - zeit. Nachforschungen von Tang Hao weisen darauf hin, dass Chen Wangting (1600-1680) der erste bekannte Taichi-Lehrer war. Für Xingyiquan gilt Ji Jike (1602-1680) als erster Vertreter. Die Meister lebten in benachbarten Provinzen. Chen Wangting in Henan und Ji Jike in Shanxi. Das sind ca 300 km. Baguazhang (oder Baquaquan) wird Dong Haichuan (ca 1813-1882) zugeschrieben. Die Sekte der 8 Trigramme gab es schon ab 1662, was heissen könnte, dass Baquaquan schon älter sein könnte.

Taiji StammbaumHebei entwickelt sich im 19. Jahrhundert zum Sitz wichtiger Meister aller drei Stile. Yang Luchan (1799-1872) lernte Taiji von Chen Changxing (1771-1853) und Taichi Quan Wu Yuxian (1812-1880). Wu Yuxiang lernte später bei Chen Qingping (1795-1868) auch den Chen-Stil des Tai Chi. Später begründete er den Wushi-Stil. Es gab einen regen Austausch an Erfahrung und Wissen zwischen den Provinzen. Dong Haichuan lebte in Hebei, nur 300 km vom Zentrum der Blüte des Yang und Wu-Stils entfernt. Ein Kontakt der verschiedenen Meister ist durchaus denkbar. Li Luoneng (1809-1890) lernte von Dai Longbang das Xingyiquan und gab seine Kenntnisse an seine Schüler weiter. Diese waren u.a. Guo Yunshen (1820-1902), Liu Qilan (1819-1889).

Im 19. Jahrhundert herschte somit eine grosse Dichte von Meistern dieser Stile in der Provinz Henan. Diese Stile breiteten sich von dort aus und einige Schüler lernten von verschiedenen Meistern .

Hier ein paar Beispiele, wie sich die Kampfkünste weiter verbreiteten:
Sun Lutang (1861-1933) kommt aus Hebei und lernte bei Cheng Tinghua das Baguaquan. Von Li Dianying (1840-1910), einem Schüler von Guo Yunshen, lernt er Xingxiquan und von Hao He (1849-1920), Schüler von Li Yiyu im Wu-Stil, lernt er Tai Chi

Der aus Hubei stammende Chen Weiming (1881-1958) lernte bei Sun Lutang das Xingyiquan und Baguaquan. Von Yang Chengfu (1883-1963), dem Enkel von Yang Luchan, lernte er Taijiquan.

Ideen und Einflüsse

In einer frühen Schrift über das Baguaquan schrieb Sun Lutang: "Die Formen des Boxens beginnen im wuji und enden in den 8 Trigrammen...wuji bringt taiji hervor, taiji bringt die zwei Modi (ying und yang) hervor, die zwei Modi bringen die vier Sinnbilder hervor. Die vier Sinnbilder bringen die 8 Trigramme hervor..."

Obige Begriffe spielen im Taiji und allgemein in der Chinesischen Kampfkunst eine wichtige Rolle. Unterschiedlich stark betont, findet man sie heute in wohl allen grossen Wushu Systemen. Wuji bedeutet "ohne Firstbalken" und wird erstmals in Vers 28 des Daodejing ( 3. Jh. v.Chr.) erwähnt, aber nicht erklärt. Wuji bedeutet soviel wie Urgrund aller Dinge. Das Taichi stellt als Sinnbild den Firstbalken eines Gebäudes dar. Taiji wird erstmals im Buch der Wandlungen erwähnt und steht für den Wechsel von yin und yang, den beiden sich ergänzenden kosmischen Prinzipien. Erst Ende der Mingzeit erscheint das Taiji als Name einer Kampfkunst. (Taichi lianhuan shisan daofa)

In der Kampkunst steht Taiji für den Wandel der kampfrelevanten Gegensätze. Darunter fallen z.B. hart/weich, Sieg/Niederlage, schnell/langsam. Es soll eine Ausgewogenheit der Mittel entstehen. Dieser Wechsel und die Idee der Kreisläufe schlägt sich auch in den Kreisbewegungen nieder. (z.B. Taiji, Baguaquan)

Aus dem Gedanken, dass Taiji alle Dinge hervorgebracht hat, erfolgt eine Gleichsetzung von Himmel und Erde mit dem Menschen und dem Mikro- mit dem Makrokosmos. Das Tai Chi hat seinen Sitz im Dantian. Den beiden Seiten der Wirbelsäule wurden yin und yang zugeordnet. Die Wirbelsäule selber ist Leitbahn für das Chi. Die vier Sinnbilder werden mit den vier Gliedmaßen des Menschen assoziiert. Die 8 Trigramme entsprechen folglich den 8 Gelenken der Gliedmaßen. Ellenbogen, Hand, Knie und Fußgelenke.

Dem yin-Aspekt zugeordnet sind das Zurückweichen, die Sammlung des Chi, das Weichsein, die Körpervorderseite, Einatmen, die Verteidigung und Bewegungen nach unten. Dem yang entsprechen die Gegenteile, die Körperrückseite, das Zerstreuen des Chi, Härte ...

Eine weitere Idee ist das wuwei, das Nicht-Handeln. Dies bedeutet aber keinesfalls Handlungslosigkeit, sondern ein Mitgleiten und sich Anpassen an die Umstände. Die Initiative wird dem Gegner überlassen, man passt sich dem Gegner an und reagiert in angemessener Weise. Sind beide passiv, findet kein Kampf statt. Diese Strategie entstand aus der Annahme, das die erste Bewegung den Verlust der eigenen Balance nach sich zieht. Ausserdem verrät es dem Gegner die eigene Kampfweise. Ausgehend von der Idee des yin und yang versucht man mit dem Gegner eins zu werden. Die Bewegungen und Aktionen des Gegners werden "komplementiert", ist der Gegner yin, bin ich yang usw. Hieraus folgt das sich Anpassen und Nachgeben.

Wasser ist das Sinnbild für Weichheit. Denoch höhlt Wasser über Jahre den Stein aus. Im Taichi wird Weichsein mit Beweglichkeit gleichgesetzt. Nach Ansicht von Chen Changxings (14 Gen. Chen-Klan) wird Härte in der äußeren Schule durch die Muskelkraft erzeugt, wobei sich das Chi äusserlich manifestiert. In der inneren Schule beruht freigesetzte Härte und Power auf der Mobilisierung des Chi, welches sich in Einklang mit dem Atem befinden soll. Diese innere Energie beruht angeblich nicht auf Muskelkraft. Das Training der Muskeln wurde seitdem abgelehnt, weil es angeblich die Beweglichkeit des Körpers veringert und den Chi-Fluß stört.

Die fünf Wandlungsphasen

Diese Idee der 5-Elemente wurde vor allem durch Zou Yan (3 Jh. v.Chr.) systematisiert. Auch hier geht es um das ewige Hervorbringen und Vernichten des yin und yang, welches deutlich wird anhand der 5 Wandlungsphasen von Erde, Metall,Wasser,Holz und Feuer. Es handelt sich um Symbole für Phasen der Wandlung, in denen ein Symbol ein anderes hervorbringt. Den Elementen wurde z.B. im Xingyiquan bestimmte Techniken zugeordnet, die eine bestimmte positive Wirkung auf die zugeordneten Organe haben sollen. 

Man nennt diese "Faust der fünf Wandlungen" (wuxingquan). Leider ist dieser zwanghafte Wunsch nach Entsprechungen nicht mehr nachvollziehbar, was u.a zu mangelnder Fantasie und Kreativität in der Kampfkunst führen kann. Die Umsetzung dieser Idee wird je nach Kampfkunst anders gesehen. Es entwickelten sich verschiedenen Techniken, bei denen es Aufgabe war, lebenswichtige Organe zu treffen oder sich durch spezielle Abwehrmaßnahmen und Ausweichbewegungen vor Angriffen zu schützen. Die Ideen der Wandlungsphasen finden sich in vielen Stilen u.a auch Taiji, Bagua aber auch in der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin)

Taichi  kann man auch in Saarbrücken lernen. Es gibt z.B die Schule von  Ralf Rousseau. In diesen Bereichen arbeitet man dort: Tai Chi / Taiji, Qi Gong, Pushing Hands und Meditation.

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Info Text
Wing Chun Formen:
1) Siu Lim Tao
2) Chum Kiu
3) Biu Jee
4) Mok Jan Chong
5) Lok Dim Bun Guan
6) Bart Cham Dao

 



 
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