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Xingyiquan

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saarbrücken, 07 February 2006

Xingyiquan oder Hsing-I

Die Ideen und Konzepte des Xingyiquan, oder auch Hsing-I Chuan, möchte ich hier stellvertretend für alle die Stile vorstellen, bei denen mir Ähnlichkeiten zu Techniken, Ideen und Philosophien des Wing Chun aufgefallen sind.

Es ist nicht Absicht des Textes, Theorien darüber aufzustellen, welche Kampfkünste sich wie befruchtet haben und welche Kampfkunst womöglich aus einer anderen entstanden sein könnte.
Ein Xingyiquan Meister

Xingyiquan wird als die "Boxkunst von Form und Bewustsein" verstanden und soll erstmals von Ji Longfeng, der am Ende der Mingzeit lebte, betrieben worden sein. Es basiert auf der Philosophie der fünf Wandlungsphasen (siehe Philosophie->5 Elemente). Erweitert wird das System durch die unterschiedlichen Tiere (10 oder 12) und ihrer Ausdrucksformen. Die Bewegungsmuster im Xingyiquan sind vor allem linear.

Die Ideen im Xingyiquan basieren auf den Ying und Yang Prinzipien und dem Gedanken, dass jeder Teil des Körpers und jede Bewegung entweder Ying oder Yang ist. So werden z.B die Schultern als Yang. die Hüfte als Ying gesehen, die in der Bewegung harmonisiert werden sollten. D.h, dass Schulter und Hüfte gemeinsam arbeiten müssen, um in Harmonie zu bleiben. Die Ellenbogen sind Yang, die Knie Ying. Ellenbogen und Knie sollen miteinander koordiniert werden. Die Hände sind Yang, die Füsse Ying, auch diese müssen korrdiniert werden.

Weiterhin treffen wir im Xingyiquan auf die Idee von "San Cai", die drei Kräfte. Es sind wie z.B. im Hung Fa Yi Wing Chun, Himmel (Tian), Erde (Di) und Mensch (Ren). Der gesamte Körper und seine Arme und Beine werden jeweils in diese 3 Teile eingeteilt (siehe sechs tore).

Was sagt das Xingyiquan über die Hüfte? Dort heisst es u.a, dass die Hüfte locker sein soll um das Qi in die Finger zu leiten. Erst durch das Leiten des Qi in die Finger, kann sich effektiv Gung aufbauen. Weiterhin muss die Hüfte beweglich sein um zu wenden.

Die Power im Xingyiquan liegt beim Gehen ( horse-shaped-step) im hinteren Bein. Zum Gehen heisst es ,dass man stets darauf achten soll in des Gegners Stand bzw sein freies Tor (Kong Men) einzudringen, um ihn in seiner Struktur zu stören.

Zuan Quan (Bild unten), was ähnlich wie Tansau aussieht, hat die Bedeutung von "drilling" oder "penetrating". Zuan geht aggressiv nach vorne und rotiert dabei.

Im Xingyiquan gibt es die "six unifications". Während einer Bewegung sind die Hände und die Füsse vereinigt. Die Ellenbögen werden gesenkt und sind vereinigt mit den beiden Knien. Die Schultern sind entspannt und vereinigt mit den Hüften.

Dann gibt es die "seven followings". Hierbei drängt die Schulter die Ellenbögen, die Ellenbögen drängen die Hände und die Hände die Finger. Die Tallie drängt die Hüfte und die Hüfte die Knie. Die Knie drängen die Füße. Der Kopf drängt den Körper. Ying und Yang sind verbunden, das Oben und das Unten sind verbunden und das Interne und das Externe.

Über den Vorwärtsdruck sagt das Xingyiquan, dass die Hände immer das Gefühl haben sollten, nach vorne zu drücken. Dies soll das Qi in die Hände leiten und den Körper energetisieren.

Die "three Drops" bedeutet, dass das Qi in den Dantian sinken soll. Beide Schultern und beide Ellenbogen müssen sinken.

Eine Abwehrtechnik

Über die Schultern heisst es in "Nine Songs of Xingyiquan", dass sie fallengelassen werden sollen. Wenn sich die eine Schulter bewegt, soll die andere folgen. Wenn das Li(Kraft) des Körpers die Hände erreicht, soll dies durch die Schultern verursacht worden sein. Während der eine Arm gestreckt ist, um zu schlagen oder zum Unterbrechen von Angriffen, ist der andere verantwortlich für das Schützen des Körpers. Der Schlüssel dafür ist das Senken der Ellenbögen. Man sollte den vorderen Arm nicht zu stark anwinkeln, weil sonst der Gegner zu nah an den eigenen Körper herankommt. Wenn der Arm zu stark gestreckt ist, kann man das Jin (Kraft) nicht effizient speichern, der Arm wird also einiges an Power verlieren, wenn er z.B. schlagen möchte.

Über die Finger sagt das Xingyiquan, dass sie getrennt sein, sich also nicht gegenseitig berühren sollten. Die Kraft muss jeden einzelnen Finger erreichen können, ohne dass man es erzwingt.

Die Faust nennt das Xingyiquan "Xin-Yi" (Herz-Gedanke), weil die Intention (Yi) beim Xin-Yi aus dem Herzen kommt. Xingyiquan sagt, dass man sich und seinen Gegner gut kennen muss. Wenn das Qi aus dem Herzen kommt, bewegen sich alle Körperteile einheitlich. "When turning, there are positions. Combine with the shoulders and coordinate with the hips...The fist is combined with the feet, the elbows are combined with the knees, and the shoulders are combined with the hips...every step cooresponds with each fist. The rule is ...to reach the opponent and he cannot see your shape"

Die Kampfstrategie sieht im Xingyiquan so aus: Die beste und nützlichste Strategie ist, sich selbst ruhig und in Alarmbereitschaft zu halten. Warte geduldig auf den Angriff deines Gegners. Wenn der Gegner sich nicht bewegt, bewege dich nicht, wenn er sich leicht bewegt, bewege dich zuerst. Wenn sich der Gegner nicht bewegt, ist er vorbereitet auf deinen Angriff. Ein Angriff wäre nicht erfolgreich. Wenn er sich leicht bewegt, wird er sich darauf konzentrieren. Wenn du diesen Augenblick abfangen kannst und dich schnell bewegst,kannst du seine Intention unterbrechen und ihn stören. Dann hast du gute Chancen, erfolgreich zu sein.

Wenn man einen Schritt macht, sollte man einen weiten Stand vermeiden. Gehe jeweils immer nur mit einem Fuß. So behält man immer einen stabilen Stand und eine gute Verteidigungsposition. Wenn man vorrückt, sollte der ganze Körper vorrücken und versuchen, in die Struktur und das Zentraltor des Gegners einzudringen. Beim Schritt müssen Körper und Hände zur gleichen Zeit ankommen.

Über Gleichzeitigkeit heisst es , dass, wenn die eine Hand blockt (passes the cheek), die andere Hand angreift (will go). Wenn die andere Hand geht, die eine Hand kommt. Ein Angriff kann eine Verteidigung sein und eine Verteidigung ein Angriff.

"Grab the right, enter the left. Grab the left, enter the right...The strike must be firm, solid, and have Li (Kraft) from the bones. While going the hands are relaxed and when they reach the opponent they become fists...When the front hand rise, the rear hand urge closely. When the front leg rises, the rear leg follows closely.

Zitate und ideen kommen aus dem Buch Xingyiquan, Theory, Applications, Fighting Tactics and Spirit 
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Wichtige Dyn. in China:
1279 - 1368 Yuan
1368 - 1644 Ming
1644 - 1911 Qing

 



 
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