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Warum gibt es Formen

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saarbrücken, 06 February 2006

Über Sinn und Unsinn von Formen

Formen sind fest vorgegebene Bewegunsabläufe. Sie geben den zeitlichen Ablauf vor, wann eine Technik ausgeführt werden soll und wie diese Technik genau auszusehen hat.

Schülerin beim Dehnen

In einigen Forumsbeiträgen wurde an dem Sinn solcher Formen gezweifelt. Sie würden dem Trainierenden nicht viel weiter helfen, noch vermitteln sie einem ein Gefühl für den Kampf oder bessere Kampffähigkeiten. Techniken kann man auch einzeln trainieren und am besten in einer Partneranwendung.

Daher stellt sich tatsächlich die Frage, warum brauch man überhaupt Formen?

Erster Einwand gegen obige Behauptung, ist die Tatsache, dass Leute die solche Sachen behaupten nicht konsequent in ihrer Argumentation sind. Führen wir den Gedankengang zu ende, sehen wir, dass da etwas nicht stimmen kann. Würde man alle Übungen, die obiger def. von Form entsprechen ablehnen, müsste man auch die Übungen ablehnen, in denen prinzipiell Ablaufsvorschriften gemacht werden. Eine kurze Form mit nur vier Bewegungen ist auch eine Form , nur eben eine kurze. Chi Dansau, Lapsau oder andere Partnerübungen laufen auch in einer FORM ab. Währe man prinzipiell gegen jedwede Art von Form, müsste man auch diese Art des Trainierens ablehnen. Der mögliche Einwand, eine Partnerübung sei im Gegensatz zu einer Form, einem echten Kampf ganz nahe, ist entgegenzuhalten, dass Chisau , Dan Chisau und ähnliche Übungen ÜBERHAUPT NICHTS mit Kämpfen zu tun haben. Man übt gemeinsam miteinander Bewegungen und der Ablauf ist zeitlich und positionell vorgegeben. In anderen Kampfkünsten würde man von Partnerformen reden.

Ein junger Schüler

Helfen einem die Formen wirklich nicht weiter? Doch ! Formen geben dem Übenden ein besseres Körpergefühl, er fühlt nur sich und seinen Körper und spürt hierbei genau, welche Muskeln und Bewegungsenergien an einer Technik beteiligt sind. Er kann sich somit voll und ganz auf sich selbst konzentrieren.

Ein erster Schritt zum Verständniss der Aktion im Kampf, ist das Gefühl und Verständniss einer Aktion in Ruhe und ohne Einfluss von aussen. Man lernt eine Bewegung genau auszuführen und die dabei auftrettenden Kräfte, Züge, Drücke ohne Fremdeinfluss kennen. Dieses ganzheitlich Körpergefühl ist es, welches Konditioniert im Kampf abgerufen werden soll. Es handelt sich im Kampf somit nicht nur um den Mustererkennungsprozess bezogen auf einzelne Techniken und Situationen, sondern um einen ganzheitlichen Algorithmus, der verschiedene Faktoren miteinbezieht. Ein "nur am Mann" lernen , konditioniert und verfestigt nur statistisch signifikante Bewegungsmuster, die man sich an verschiedenen Trainingspartnern antrainiert hat, als neuronale Verbindung für die spätere Mustererkennung im Gehirn. Die Möglichkeit aus letzgenannter und der Mustererkennung der Formenkonditionierung zu mitteln und die angemessene Reaktion abrufen zu können, macht einen guten Kampfkünstler aus! Formen vermitteln einem ein Gefühl für Räumlichkeit und zeigen einem die eigenen geometrischen Grenzen auf. Die Reichweite der Arme wird in drei Dimmensionen festgestellt, die Positionen und Bewegungen auf oder zur Zentrallinie werden verinnerlicht. Partnerübungen werden im Wing Chun natürlich nicht vernachlässigt. Das Gesamtkonzept einer Kampfkunst ist wichtig und das Ausführen der Formen passt hier sehr gut. Sie sind Grundlage für das Trainieren mit dem Partner. Wo hier, das Augenmerk vor allem auf das fühlen des Chi (Energien) des Partners (z.B. Chisau) gelegt wird, konzentriert man sich in der Form alleine auf das eigene Chi.

Techniken werden im Wing Chun in Formen, Einzeltraining, mit einem Trainingspartner und freiem Partnertraining geübt. Die Gesammtheit der vier Arten des Trainings bilden ein erstklassiges und Jahrhundertelang bewährtes Trainingssystem.

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Erste Yip Man Schüler u.a:
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